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„Be Magic“ greift an

08.02.2011

„Los Sven, Du stehst frei. Wirf!“ – feuert Nico Oppel den 25-Jährigen an. Im Hintergrund tönt Hip-Hop-Musik aus den Boxen. Er zielt, wirft und der Ball fällt durch den Korb. „Jaaa, versenkt“ – glücklich reißt Sven Ueberschaer die Arme in Luft und klatscht mit seinem Teamkollegen ab.

Das Team Be MagicEr ist einer der 14 Mitglieder des ersten Basketball-Teams für Menschen mit geistiger Behinderung, das im August 2010 gegründet wurde. Unter der Leitung von Sylvia Petrovic, Physiotherapeutin im Bereich Dienste für Menschen mit Behinderung, trainiert mit dem Team „Be Magic“ einmal in der Woche dribbeln, abgeben, Korbleger und Körbe werfen. Dabei unterstützt sie als zweiter Trainer Nico Oppel, Diplom-Sozialpädagoge in dem Bereich. Großes Ziel der jungen Mannschaft: Sich durch die Teilnahme an regionalen Wettbewerben für die nächsten Special Olympics zu qualifizieren, die 2012 in München stattfinden.

Die Trainer„’Be Magic’ ist derzeit das erste und auch einzige Team, das in dieser Form im Raum Bremen aktiv ist“, berichtet Sylvia Petrovic. „Es ist einmalig zu sehen, mit welche Freude, Eifer und Hingabe unsere Sportlerinnen und Sportler immer trainieren.“ Als ehemalige Spielerin in der Zweiten Basketball-Bundesliga ist die 42-Jährige mit den Regeln, Techniken und allem was zur Sportart gehört bestens vertraut.

„Die Idee für diese Mannschaft wurde während der diesjährigen Special Olympics, die hier in Bremen stattfanden, geboren und gleich realisiert“, fügt Nico Oppel hinzu. „Wir haben uns für Basketball entschieden, da diese Sportart besonders gut geeignet ist, unseren Spielerinnen und Spielern Werte wie Disziplin, Solidarität, Toleranz und Teamgeist nahe zu bringen. Zudem vermittelt Basketball durch seine abwechslungsreiche Belastung mit und ohne Ball vielseitige körperliche Erfahrung.“

Darüber hinaus erfahren die Teammitglieder durch den Sport die unmittelbare Bedeutung der motorischen Grundlagen wie Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer und Beweglichkeit. Der Umgang mit dem Ball fördert die Augen-Hand-Koordination und das Ziel, den Korb in drei Meter Höhe zu treffen erfordert Gewandtheit und motorische Kreativität. „Aber vor allem steht der Spaß und die Freude an dem Sport im Vordergrund.“ fügt Sylvia Petrovic hinzu, die schon bei den diesjährigen Special Olympics die Betreuung der Friedehorster Athletinnen und Athleten übernahm.

Das Be-Magic-Team bei den Eisbaeren Bremerhaven

Als erster großer Höhepunkt stand für das junge Team am 18. Dezember der Besuch des Basketball-Bundesliga-Spiels der Bremerhaven Eisbären gegen die EWE Baskets aus Oldenburg an. „So wie die Eisbären werden bestimmt auch bald spielen, wenn wir genug trainieren“, strahlte Sven Ueberschar und seine Teamkollegen nach dem Spiel.

Dezember 2010/AB