Aktuell

Selbstständig in der Gemeinschaft

18.06.2013

Ein sonniger Garten, griechisches Büfett, Kaffee und Kuchen: Eine Jubiläumsfeier der besonderen Art hat am 15. Juni im Stadtteil Grohn stattgefunden. Eine Außenwohngruppe der Friedehorster Dienste für Menschen mit Behinderung feierte ihr 20-jähriges Bestehen mit dreißig Bewohnern, Angehörigen, Freunden, Mitarbeitenden und Geschäftsführung. Wie bei einem Familientreffen wurden Erinnerungen und Anekdoten ausgetauscht, Fotoalben gewälzt und gut gegessen.

Gruppenleiterin Silvia Buschmann nahm von Gabi Weyers Blumen zum Jubiläum entgegen.Vor 20 Jahren sind junge Erwachsene mit Behinderung aus Haus 9 und dem damaligen Haus 9K auf dem Friedehorster Gelände in Lesum ausgezogen, um in ihrem neuen Grohner Zuhause selbstständiger und zugleich professionell betreut zu leben. Das Haus wurde vom Ehepaar Krawitz erbaut, welches der Wohngruppe nicht nur als Vermieter unterstützend verbunden ist, sondern ganz selbstverständlich an der Jubiläumsfeier teilnahm. Während manche Bewohner noch heute dort wohnen, sind andere nach einem Wohntraining weiter in eine eigene Wohnung gezogen.

Andreas Wegener freut sich über das Album von der Außenwohngruppe.Andreas Wegener, Geschäftsführer der Dienste für Menschen mit Behinderung, wies in seiner Festrede auf die Bedeutung des Ereignisses hin: „Manchmal gerät es in Vergessenheit, dass diese ersten Schritte in Richtung Dezentralisierung und Ambulantisierung bereits vor 20 Jahren von der Friedehorster Behindertenhilfe getan wurden.“ Er gratulierte allen zum Jubiläum, insbesondere auch der Gruppenleiterin Silvia Buschmann, und bedankte sich sehr herzlich für ein Fotoalbum, welches die Wohngruppen-Bewohner über ihren Alltag damals und heute extra gestaltet haben.

Bewohner Dieter Klenke hatte seine Gedanken über seinen Einzug in Grohn zu Papier gebracht, die Silvia Buschmann für ihn vor allen vortrug: „Damals war es mehr meine Freundin, die mich überredet hat, wir sollten hier doch zusammen einziehen. Ich habe es aber bis heute nicht bereut.“ Auch Werder-Fan Jörg Hartmann erzählte, wie viel Spaß ihm das Leben in der Gemeinschaft mache. Er freute sich sehr, seine ehemalige Mitbewohnerin Anita Lüttmann als Gast begrüßen zu dürfen. Eine rundum gelungene Geburtstagsfeier!Mit dabei war auch Gabi Weyers, die vor ihrer Zeit im Fachbereich Pflege der Dienste für Menschen mit Behinderung Friedehorst von 1994 bis 1996 in Grohn gearbeitet hat. Sie machte Fotos für ein nächstes Fotoalbum und fasste zusammen: „Es ist so schön, die vertrauten Gesichter zu sehen und ehemalige Kolleginnen zu treffen. Einfach prima, dass es diese Wohnform für Menschen mit Behinderung gibt, die ein selbstständiges und zugleich unterstütztes Leben in einer Gemeinschaft ermöglicht. Die Stimmung heute zeigt, wie wohl sich alle hier fühlen. Eine rundum gelungene Feier!“



17.06.13/US, GW