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Unterstützte Kommunikation

11.12.2012

Mit drei ganz unterschiedlichen Experten standen die Dienste für Menschen mit Behinderung kürzlich für eine Doktorarbeit zum Thema „Unterstützte Kommunikation“ zur Verfügung: mit Barbara Lohse-Meyer, erfahrene Mitarbeiterin im Fachbereich Pädagogik, einem Mitarbeitenden auf einer Wohngruppe sowie einem unserer Klienten aus einer Wohngruppe und der Tagesförderstätte. Sie wurden jeweils eine dreiviertel Stunde lang zum Thema „Die Teilhabe von Menschen mit Kommunikationsbeeinträchtigungen im Sozialen Nahraum“ befragt. So lautet auch der Titel der Doktorarbeit von Susanne Mischo, an der die Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Oldenburg gerade schreibt. Die 35-jährige Diplom-Heilpädagogin arbeitet am Institut für Sonder- und Rehabilitationspädagogik in der Fachgruppe Pädagogik und Didaktik bei Beeinträchtigung der geistigen Entwicklung. Im Praxisteil ihrer Arbeit gibt sie unterschiedliche Perspektiven auf dieses Thema wieder.

Frau Lohse-Meyer und Frau Mischo (v.l.n.r.)

Als „Unterstützte Kommunikation“ gelten alle Mittel und Methoden, die die Kommunikation für Menschen mit Beeinträchtigung erleichtern können, seien es Gebärden, Bildsymbole oder Sprachausgabegeräte, sogenannte Talker. Nicht direkt damit ist die Leichte Sprache gemeint, die aber ein verständnisunterstützendes Element darstellt. Auf Friedehorst kam die in Bremen lebende Mischo durch ihre eigene Recherche. Hier führt sie eines von mehreren Interviews zu dem Thema durch. Ziel ihrer Arbeit ist die Untersuchung, wie Menschen mit Beeinträchtigung durch Unterstützte Kommunikation stärker teilhaben können und dafür Handlungsrichtlinien zu entwickeln. Wichtig ist dabei der gemeinsame Blick auf das "Gemeinwesen", wie Mischo sagt. Darunter ist z.B. der Supermarkt gemeint, in dem der Mensch mit Beeinträchtigung einkauft, oder das Taxiunternehmen, welches er nutzt.

Susanne Mischo wird ihre Doktorarbeit voraussichtlich in einem Jahr abgeben. Dennoch weiß sie schon von dem Erfolg ähnlicher Untersuchungen im Ausland, z.B. in Australien, zu berichten: „Dort hat Unterstützte Kommunikation schon stärker im Gemeinwesen Einzug gehalten. Und nicht nur Menschen mit Beeinträchtigung, sondern auch Menschen mit Migrationshintergrund oder ältere Menschen profitieren davon.“ Barbara Lohse-Meyer freute sich, mit ihren Angaben etwas zu dieser Arbeit beitragen zu können: „Die Ergebnisse dieser Arbeit werden für unseren Fachbereich und die Arbeit mit und für unsere Klienten sehr interessant sein. Ich wünsche Frau Mischo viel Erfolg dabei!“



06.12.12/US