Konzeption des bilingualen Profils

"Learning to use a language – Using a language to learn"

Vorteile des bilingualen Lernens

Near native competence

Im Zeichen von Globalisierung und Europäischer Einigung stellt der Arbeitsmarkt hohe fremdsprachliche Anforderungen an junge Berufsanfänger. Fließendes Englisch wird zunehmend als lingua franca und Konzernsprache vorausgesetzt. Die Englischkenntnisse vieler Abiturientinnen und Abiturienten werden diesen erhöhten Anforderungen aber oft nicht gerecht. Der bilinguale Unterricht ist nachweislich eine der effektivsten Methoden, sich die englische Sprache vertieft und umfassend anzueignen. Im bilingualen Unterricht wird der Fremdsprachen-Input erheblich gesteigert, denn in der Mittelstufe wird zusätzlich zur erhöhten Stundenzahl im Fach Englisch auch ein Sachfach (Geografie) vollständig auf Englisch unterrichtet – also 2-3 Wochenstunden zusätzlicher  Unterricht in englischer Sprache. Zudem wird ein anspruchsvolles  Vokabular akademischer Fachsprache erworben und damit ein Wortschatz, der zum Beispiel durch einen einjährigen Amerika-
Aufenthalt meist nicht erlangt wird.

Sprachübergreifende Methodenkompetenz

Durch das inhaltsbezogene Kommunizieren im Sachfach entsteht eine vernetzte Sprachkompetenz und kein isoliertes Sprachwissen. Methodische Kompetenzen wie selbständiges Erarbeiten von Fakten, Analysieren von Statistiken und Schaubildern, Präsentationen etc. werden auf Englisch und in der Muttersprache erworben. Der flexible
Umgang mit verschiedenen englischsprachigen Materialien wird  selbstverständlich.

Relativierung der eigenen Kultur durch interkulturelles Lernen

Neben Selbständigkeit, Teamfähigkeit und Sprachkompetenz sind in einer globalisierten Welt auch Toleranz und Weltoffenheit Schlüsselqualifikationen. Der bilinguale Unterricht erweitert und öffnet den nationalen Blickwinkel bereits durch das verwendete Material. Englische oder amerikanische Schulbücher, die ergänzend zu den  bilingualen Materialien deutscher Schulbuchverlage eingesetzt werden, vermitteln eine fremde Sicht und werden somit der Forderung nach Multiperspektivität gerecht.

Welche Inhalte werden unterrichtet?

In allen bilingualen Sachfächern müssen die Bremer Bildungspläne erfüllt werden. Die Schülerinnen und Schüler lernen also die gleichen Inhalte, wenn auch aufgrund der fremdsprachlichen Materialien manchmal mit einem anderen Schwerpunkt oder an angelsächsischen Beispielen. Im Fach Englisch ist der Unterricht aufgrund der höheren Stundenzahl den Rahmenvorgaben meist weit voraus. Das Lehrbuch wird zwar auch verwendet, aber es wird früher und intensiver mit der Lektüre von  Ganzschriften und anspruchsvoller eigener Textproduktion begonnen. Durch das vom Schulbuch mehr und mehr gelöste Lernen gewöhnen sich die Schülerinnen und Schüler schon früh an unterschiedliche Textsorten mit verschiedenen Anspruchsniveaus. Zudem wird in kleineren Projekten auf das freie Schreiben bzw. die freie Kommunikation vorbereitet.

Kommen deutsche Fachbegriffe nicht zu kurz?

Schlüsselbegriffe eines Themas werden selbstverständlich auch auf Deutsch eingeführt. Damit dies aber nicht zu einer Überfrachtung führt, wird stets sorgfältig unterschieden zwischen Transferwortschatz, also wichtigen Fachtermini oder Ausdrücken, die immer wieder auftauchen, und Wortschatz, der nur für das Verständnis einzelner Materialien wichtig ist. Nur der Transferwortschatz muss gelernt werden. Erfahrungsgemäß werden die Fachbegriffe im bilingualen Unterricht sogar tiefer verankert und sind besser verfügbar als im herkömmlichen Fachunterricht, da die neuen und fremden Begriffe (sowohl muttersprachlich als auch fremdsprachlich fremd!) sorgfältiger eingeführt und wie Vokabeln wiederholt werden. Bei der Wiederholung werden gleichzeitig Sprache und Inhalte umgewälzt und gefestigt.

Wie werden die Leistungen im bilingualen Unterricht benotet?

In erster Linie wird die inhaltliche Arbeit bewertet. Die Tests oder Klassenarbeiten haben englische Aufgabenstellungen und werden von den Schülerinnen und Schülern auch auf Englisch bearbeitet. Dabei werden sprachliche Fehler von der Lehrkraft zwar angestrichen und verbessert, gehen aber nicht in die Wertung ein. Eine begrenzte Menge an Fachausdrücken muss dann – wie in anderen Kontexten auch – richtig geschrieben werden.

Zertifizierung:

Bilingual Certificate

Am Ende der Jahrgangsstufe 9 bzw. 10 erhalten alle Schülerinnen und Schüler des Nebelthau Gymnasiums ein bilinguales Zertifikat, das ihnen bescheinigt, welche Fächer sie auf Englisch gelernt haben und somit Auskunft über ihre erworbenen Fähigkeiten und Kompetenzen gibt.

Übersicht über das biliguale Profil

Klasse Englisch Biliguales Sachfach Unterricht in
Englisch

- gesamt -
5 7 (statt 5) Erhöhtes Stundenvolumen im Fach Englisch
zur Vorbereitung auf die sprachlichen
Anforderungen des fremdsprachlichen
Sachunterrichts
7
6.1 6 (statt 5) Erhöhtes Stundenvolumen im Fach Englisch
zur Vorbereitung auf die sprachlichen
Anforderungen des fremdsprachlichen
Sachunterrichts
6
6.2 5 + 1 Eine Englisch-Stunde Landeskunde in
Vorbereitung auf das Sachfach (gezielte
Vermittlung von relevantem Fachwortschatz)
6
7 5 Beginn des bilingualen Fachs Geography (2) 7
8 4 Bilinguales Fach Geography (2),
Bilinguale Wahlpflichtfächer (2)
- World & Press
- English Literature
8
9 4 Bilinguales Fach Geography (2) 6
Bilinguales Zertifikat zum Abschluss der Sek. 1  

Besondere zusätzliche Angebote im bilingualen Bereich

Klasse obligatorisch fakultativ
5-7 Teilnahme am europäischen
Fremdsprachenwettbewerb
"The Big Challange"

AG "English Conversations"*

Erwerb von Cambridge Zertifikaten
auf verschiedenen Sprachniveaus*

6 Special Project Days*
7 Einwöchige England-Reise mit
Aufenthalt bei englischen
Gastfamilien*
8 InterAct -
bilinguales Theaterprojekt*
9 Modul: Applications and job interviews
(im Rahmen der Berufsorientierung)

*) kostenpflichtige Verantstaltungen