Aus der Praxis

Magrit Hartjen

65 Jahre, Krankenschwester, jetzt im Ruhestand

"Seit Beendigung der Ausbildung zur ehrenamtlichen Begleiterin im Kinderhospiz Jona betreue ich einen leukämiekranken 14jährigen Jungen. Inzwischen ist die ganze Familie in die Betreuung mit einbezogen.
Als ich in die Familie kam, beendete der Junge gerade seine anstrengende Chemo- und Strahlentherapie. Er wwar guter Hoffnung, dass alles gut wird, obwohl er vieles wegen seiner großen Infektionsgefahr noch nicht durfte, z.B. nicht unter Menschen und in die Schule gehen. Wir haben dann  Ausflüge an die Weser unternommen oder sind zum Minigolf gefahren.
Wir haben uns auf Anhieb verstanden, auch die Schwester (11 Jahre) wurde zum Teil in unsere Aktivitäten einbezogen. Im September stellte sich dann heraus, dass die Leukämie erneut ausgebrochen ist. Die ganze Familie ist traumatisiert. Noch eine stärkere Chemotherapie mit den bekannten Nebenwirkungen begannn. Inzwischen hat er in der Uniklinik Eppendorf eine Knochenmarkstransplantation erhalten. Die Mutter ist mit dort, die Tochter und der Vater sind zu Hause. Die physische und psychische Kraft der Familie ist am Ende.

Ich habe den Jungen in Hamburg besucht, schreibe ihm regelmäßig und telefoniere laufend mit der Mutter. Mit der Tochter unternehme ich während dieser Zeit einmal in der Woche etwas, z. B. Kinobesuche oder schwimmen gehen. Ich hoffe, dass diese schwere Zeit bald zu Ende ist und wir gemeinsam nicht mehr weinen, sondern wieder fröhlich sein können."