Für Kostenträger & Einweiser

Nachsorge - Beratung bei berufsbezogenen Problemen

In der Regel verläuft die medizinische Rehabilitation von Patienten mit Hirnschädigungen unter Anleitung der Fachkräfte des Rehabilitationszentrums erfolgreich. Auch die Wiedereingliederung in das Berufsleben wird durch die verschiedenen berufsvorbereitenden Maßnahmen bestmöglich vorbereitet. Trotzdem kann es vorkommen, dass die berufliche Reintegration behindert wird.

Deshalb sind ein regelmäßiger Kontakt und die am individuellen Bedarf ausgerichtete Nachsorge/Betreuung am Arbeitsplatz wichtig, um Konflikte frühzeitig zu erkennen und zu analysieren. Es können so rechtzeitig mit den Beteiligten entsprechende Hilfsstrategien erarbeitet werden, um vorhandene Arbeitsplätze zu erhalten sowie die Integration auf neu gewonnenen Arbeitsplätzen zu sichern.

Ziele

 
  1. Sicherung des Rehabilitationserfolges
  2. Festigung des Rehabilitationsergebnisses
  3. Verringerung der Schnittstellenproblematik durch zeitnahes Absichern des Überganges ins Arbeitsleben oder der Integration ins Arbeitsleben nach der Rehabilitation
  4. Verringerung und Verhinderung von Abbrüchen in der kritischen Anfangsphase der beruflichen (Re)Integration
Zielgruppe
Versicherte mit neurologischen Erkrankungen und Hirnverletzungen, die zuvor an einer stationären oder teilstationären Rehabilitationsmaßnahme teilgenommen haben und aufgrund ihrer noch verbliebenen Restdefizite zur Erhaltung ihres Arbeitsplatzes einen Beratungs- und Anleitungsbedarf in ihrem Arbeitsumfeld haben, z. B. bei:
  1. Frontalhirnschädigungen nach Schädelhirntraumen (Arbeitsverhalten, Sozialverhalten)
  2. schweren Aphasien
  3. neuropsychologischen Teilleistungsstörungen (besonders des Gedächtnisses, der Orientierung, usw.)
  4. körperlichen Einschränkungen, die eine Adaptation des Arbeitsplatzes erforderlich machen.
Maßnahme 1-6 Besuche am Arbeitsplatz durch Berufstherapeuten des NRZ innerhalb von drei Monaten, ausgerichtet an dem individuellen Bedarf des Rehabilitanden und seines Arbeitsumfeldes
Inhalte
  • Anleitung, ggf. Schulung der betrieblichen Anleiter, der unmittelbaren Kollegen, anderer Personen des Arbeitsumfeldes sowie des Rehabilitanden/Versicherten, in enger Kooperation mit dem betriebsärztlichen Dienst
  • Adaptation von Hilfsmitteln für den Arbeitsplatz
  • Adaptation des Arbeitsplatzes (Vorschläge dazu werden im Neurologischen Reha-Zentrum entwickelt)
  • Beratung vor Ort je nach Zuständigkeit mit dem Reha-Berater, Berufshelfer, Betriebsarzt, Technischer Dienst/Arbeitsamt, Integrationsamt, Arbeitgeber
Beispiele 
  • Umgang mit problematischem Arbeits- bzw. Sozialverhalten z.B bei Frontalhirnschädigungen, Störungen des Antriebs, des Gedächtnisses
     usw.
  • Vermittlung und Anleitung im Umgang mit erarbeiteten Kompensationsstrategien bei neuropsychologischen Teilleistungsstörungen (Merkheft, Impulsgebung von außen usw.)
  • Sprachverhalten beim Umgang mit schweren Aphasien/aphasischen Störungen (kurze, eindeutige Sätzen usw.)
Verfahrensablauf In der letzten Reha-Konferenz vor der Entlassung des Rehabilitanden wird dem teilnehmenden Kostenträger bei Notwendigkeit einer beruflichen Nachsorge diese vom behandelnden Arzt vorgeschlagen und von ihm sowie den entsprechenden Therapiebereichen begründet.
Im Entlassungsbericht wird dieser Vorschlag schriftlich dargelegt.

Stimmt der Kostenträger der Kostenübernahme in der Reha-Konferenz zu, erfolgt eine schnelle telefonische Zusage an die Rehabilitationsklinik, um die Nahtlosigkeit der Maßnahme zu gewährleisten.

Dokumentation  Nach Beendigung der beruflichen Nachsorge erhält der Kostenträger eine Ergänzung zum Abschlussbericht, in der das Ergebnis mitgeteilt wird.
Finanzierung

Auf der Grundlage einer Einzelberatung á ca. 5 Stunden wird eine Pauschalvergütung von € 144,70 pro Beratungstermin zugrundegelegt.

Leistungsinhalte:

  • Fahrtkosten (Hin- und Rückfahrt)
     - Wegstrecke max. 60 Minuten -
  • individuelles Beratungsangebot
  • Personalkosten
  • Nebenleistungen wie individuelle Vorbereitung, Ablauf, Organisation bzw. Koordination der Gesprächspartner
  • Abschlussdokumentation