Therapien

Bewegungstherapie

Das Bobath-Konzept ist ein weit verbreitetes Therapiekonzept in der Behandlung von Menschen mit neurologischen Störungen. Es basiert auf neurophysiologischer Grundlage unter Einbeziehung des Menschen in seiner ganzen Persönlichkeit. Dies erfordert eine engmaschige Kooperation aller Fachdisziplinen sowie eine intensive Zusammenarbeit mit Angehörigen und dem Betroffenen in seinem Lebensumfeld. Ziele sind  die Optimierung funktioneller Fähigkeiten und die Erweiterung der Handlungskompetenz. Im Vordergrund der Therapie stehen immer die individuellen und alltagsbezogenen therapeutischen Aktivitäten.

Bei der Vojta-Therapie werden genau definierte Bewegungsmuster (Reflexumdrehen und Reflexkriechen) durch Auslösung einer oder mehrerer Zonen in Gang gesetzt (Reflexlokomotion). Dieser Fortbewegungskomplex aktiviert dabei die quergestreifte Muskulatur des ganzen Körpers als komplexe, koordinative  Anforderung; außerdem werden vegetative Reaktionen und eine direkte Beeinflussung auf die Atmung beobachtet. Hierbei wird das Zentralnervensystem von seiner niedrigsten bis zu seiner höchsten Schaltstelle angesprochen.

Die klassische Akupunktur beruht auf den Grundprinzipien der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Durch eine ganzheitliche Befundung des Patienten, d.h. die Betrachtung  aller vorliegenden Symptome, des direkten Umfeldes und des sozialen und emotionalen Zustandes wird eine chinesische Diagnose erstellt, die die sogenannten energetischen Blockaden des Körpers aufspürt. Die Akupunktur selbst muss nicht unbedingt mit einer Nadelung durchgeführt werden. Sie kann auch durch Drücken der entsprechenden Meridiane und Punkte (Akupressur) oder über Akupunktmassage, Schröpfen oder Moxabustion appliziert werden.
Sie wirkt gut bei chronischen und akuten Schmerzzuständen sowie bei funktionalen Störungen der inneren Organe und des Bewegungsapparates.

Ohrakupunktur ist eine somatotrophe Therapieform, ähnlich der bekannten Fußreflexzonenmassage oder der Irisdiagnostik. Sie kann  hervorragend mit der klassischen Körperakupunktur und der TCM kombiniert werden. Die Ohrakupunktur wird vorwiegend bei akuten und chronischen Schmerzzuständen und bei funktionellen Störungen eingesetzt. Sie ist erfolgreich in der Suchtbehandlung und sie scheint in der Behandlung von neurologischen Störungen (Spastizität, Ataxie, periphere Paresen u.a.) wirksamer als die Körperakupunktur zu sein.

Die Psychomotorik ist eine Therapieform, die den engen Bezug zwischen kindlichem Bewegungsverhalten und psychischem Erleben in den Vordergrund rückt.
Sie verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und fordert die Kinder zum Entdecken kreativer Lösungen von Bewegungsaufgaben auf. Durch die motorische Auseinandersetzung mit einem Problem kommt das Kind zu anderen originellen Ergebnissen als durch die rein gedankliche Beschäftigung mit demselben Problem.
Neben motorischen Aspekten sind die Wahrnehmung, die geistigen Fähigkeiten und das sozial-emotionale Verhalten wichtige Therapieinhalte.

Nach den Erfordernissen des Patienten werden Schuhänderungen vorgenommen, verschiedene Formen von Einlagen, Unterschenkelorthesen, Oberschenkelorthesen, Nachtlagerungsschienen, Armschienen oder Skoliosekorsetts nach Maß/Gipsabdruck angefertigt. Die unterschiedlichen Versorgungen unterstützen die physiotherapeutische Behandlung durch Verbesserung der Statik und des Gangbildes und durch eine reflektorische Tonusregulierung.

Durch die Fertigung und Anwendung von Schienen aus "Kunststoffgips" wird die physiotherapeutische Behandlung ergänzt. Sie werden eingesetzt als Lagerungshilfe, als Funktionsschiene, als Hilfsmittel in der Therapie und als seriell zirkulärer Gips zur Kontrakturbehandlung und bei hartnäckigen spastischen Bewegungsmustern, auch in Kombination mit Botulinumtoxin.

Am Gangtrainer/ Laufband haben die Patienten die Möglichkeit, den physiologischen Bewegungsablauf unter teilweiser Abnahme des Eigengewichtes wieder zu erlernen bzw. zu trainieren. Das repetitive reziproke Bewegen führt zu einer positiven Auswirkung auf den Muskeltonus der Beine. Zusätzlich kommt es zur Verbesserung der Ausdauerleistung.

Botulinumtoxin wird international seit Jahren therapeutisch bei spastischen Bewegungsstörungen eingesetzt. Gerade in der Behandlung von Menschen mit Schädelhirnverletzungen können gute Erfolge durch gezielte Botulinum-Injektionen zur Verbesserung der Steh- und Gehfähigkeit sowie zur Schmerz- und Pflegeerleichterung erzielt werden, oft in Kombination mit temporärem Casting (Kunstharzgipsen) und/oder Schienen- und Orthesenversorgung.

Bei der Hippotherapie wird die dreidimensionale Bewegung des Pferderückens für ein spezifisches Rumpftraining genutzt. Balance und Gleichgewicht werden durch feinste Koordinationsübungen trainiert und erzielt. Korrekturhaltungen werden über propriozeptive sensomotorische Stimulation entwickelt und ermöglichen Finden und Aufbau optimaler Bewegungsmuster. Es kommt zur Tonusregulation sowie zur Ausschöpfung der möglichen bzw. verbliebenen Gelenkfunktionen.

Inlineskating macht Spaß und ist eine Motivation für die Rehabilitanden. Übungen zur Verbesserung der Kraft, der Koordination, des Gleichgewichtes und der Ausdauer fördern  die individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Vermittelt werden im Rahmen der Bewegungstherapie das sichere Beherrschen der Skates, das Vorwärtslaufen, Kurvenfahren und Bremstechniken.
Teilnehmen können Rehabilitanden mit

  • Gleichgewichts- und/oder Koordinationsproblemen
  • ataktischen Problemen
  • Wahrnehmungsstörungen
  • Hemiparesen
  • neuropsychologischen Defiziten (z.B. Konzentrationsstörungen, Aufmerksamkeitsproblemen, Antriebsstörungen u.ä.)

Beim therapeutischen Klettern werden die rechte und linke Körperhälfte gleichermaßen gefordert und gefördert, was besonders Patienten mit einer Halbseitensymtomatik zugute kommt. Auch Patienten mit einem instabilen Rumpf und mit Ataxien profitieren von der Therapie an der Kletterwand. Gleichgewicht, Geschicklichkeit, Handlungsplanung („Wie komme ich da hoch?“), Kraft und Ausdauer werden genauso gefördert wie das Selbstwertgefühl durch Erreichen des gesetzten Zieles. Wichtig: Es entsteht Vertrauen in sich selbst und in den Kletterpartner.

Koordination, Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer lassen sich optimal beim Schwimmen trainieren. Im angenehm temperierten Wasser bringt auch ein Wasserball–Match besonderen Spaß.

Als Herz-Kreislauftraining, zur Steigerung der Belastbarkeit und zum Einüben koordinierter Bewegungsabläufe steigen die Rehabilitanden gern auf das Fahrradergometer. Besonders motiviert sind sie im Team. Unter Anleitung der Sporttherapeuten trainieren sie ihre Arm- und Beinmuskeln, kräftigen Rücken- und Bauchmuskulatur und verbessern ihre Kondition.

Teamsport wird groß geschrieben: Rehabilitanden agieren zusammen, lernen das Einhalten von Regeln, trainieren Kondition, Koordination, Ausdauer, Beweglichkeit, Schnelligkeit, Geschicklichkeit und Reaktionstempo  und haben ganz einfach Spaß am Sport.