Therapien
Ergotherapie
Gezieltes Beobachten des Rehabilitanden bei einer alltäglichen Handlung und die Reflexion über folgende Leitfragen stehen in der Befunderhebung im Vordergrund:
- Wie und warum handelt der Mensch so und nicht anders?
- Was hindert ihn, eine gewünschte Handlung auszuführen?
- Wie lässt sich die Handlung durch den Therapeuten beeinflussen?
- Kann der Rehabilitand die Handlung verändern und an eine neue Situation anpassen?

Folgende Befundinstrumente helfen bei der Differenzierung der Schwierigkeiten und werden angewendet:
- COMP (Canadian Occupational Performance Measure)
- Ergotherapeutisches Assessment ©
- PRPP (Perceive, Recall, Plan, Perform) Befundsystem
- MFED (Münchener Funktionelle Entwicklungsdiagnostik 2. – 3. Lebensjahr)
- AHA (Assisting Hand Assessment)
- DTVP-2 (Developmental Test of Visual Perception)
Zu den aktuellen Behandlungskonzepten gehören:
- das Bobath-Konzept
- das Affolter-Konzept
- die kognitiv-therapeutischen Übungen nach Perfetti
- die sensorische Integrationstherapie nach J. Ayres
- die AOT (alltagsorientierte Therapie)
- das Forced-use-Konzept
- das Neurotraining nach V. Schweizer
- das Schreibtraining in Anlehnung an May und Maquard und
- die Johnstone Übungsbehandlung.
(Eine Kurzbeschreibung der Behandlungskonzepte finden Sie hier : PDF-Download, 32 KB, 2 Seiten)
Behandlungsziel in der Ergotherapie ist die Verbesserung von Aktivitäten und Partizipation des Rehabilitanden in Bezug auf seine Fähigkeiten und Kompensationsstrategien über
- Training der Aktivitäten zur körperlichen Selbstversorgung und zur eigenständigen Lebensführung
- funktionelle Behandlung von alltagsrelevanten Bewegungen und Bewegungsabläufen
- Kompensation nicht entwickelter oder verloren gegangener Funktionen und Erlernen von Ersatzfunktionen und Strategien
- Verbesserung der zentral bedingten Störungen der Grob- und Feinmotorik zur Stabilisierung sensomotorischer und perzeptiver Funktionen
- Training verschiedener Haushaltstätigkeiten und außerhäuslicher Aktivitäten unter Berücksichtigung der vorhandenen sensomotorischen und neuropsychologischen Fähigkeiten
- Beratung und Anleitung von Angehörigen und Bezugspersonen
- Vorbereitung und Begleitung der schulischen und beruflichen
Wiedereingliederung
- Hilfsmittelberatung, individuelle Anpassung und ggf. Herstellung geeigneter Hilfsmittel und Schienen sowie deren Erprobung, Wohnraumanpassung
- Training der Hirnleistungsfunktionen wie Einüben von alltagsorientiertem Planen und Handeln und von Gedächtnisstrategien