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Rehabilitation

Die berufliche Förderung richtet sich an der individuellen Leistungsfähigkeit der Rehabilitanden und den regional vorhandenen wirtschaftlichen Strukturen aus.

Die angebotenen Arbeiten orientieren sich daher nicht wie bei Berufsbildungswerken bzw. Berufsförderungswerken üblich an ausbildungszentrierten Inhalten, sondern bieten ein breites Spektrum individuell zu gestaltender Arbeits- und Trainingsmöglichkeiten sowohl im gewerblich-technischen, im kaufmännisch-verwaltenden, wie auch im allgemeinen Dienstleistungsbereich.

Um ein möglichst breites Spektrum an berufsspezifischen Wegen in Richtung Teilhabe vorzuhalten, werden exemplarisch fünf Arbeits- bzw. Berufsbereiche angeboten.

Im holzverarbeitenden Bereich werden an traditionellen Handwerkzeugen wie Hobel, Stecheisen, Holzhammer, Winkel, Streichmaß etc., Tätigkeiten erprobt und geübt, welche dem Rehabilitanden die Möglichkeiten bieten, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu trainieren.

Der Rehabilitand bekommt im Verlauf der Rehabilitationsmaßnahme immer mehr Eigenverantwortung für das von ihm zu bearbeitende Material bis hin zur Herstellung von Produkten. Im weiteren Verlauf werden Funktionsteile kontrolliert, evtl. ausgebessert und Fehlteile ersetzt.

Im Metallbereich werden Tätigkeiten ausgeführt wie sie im realen Arbeitsleben vorkommen. Grundlagen wie Anreißen, Körnen, Bohren, Reiben, Feilen werden erprobt und trainiert. Des Weiteren ist die Konzentration auf die spannende Formgebung (konventionelles Drehen, maschinelles Sägen, Feilen, etc.), spanlose Formgebung (biegen, strecken, abwinkeln), Fügearbeiten (weich löten, hart löten, Autogenes-, Schutzgas- und Elektroschweißen) gerichtet.

Verschiedene Schraubstockarbeiten sowie Montage- und Demontagearbeiten nach Zeichnungen werden durchgeführt. Wichtiger Bestandteil des Trainings in diesem Bereich ist das Heranführen an serielle Tätigkeiten mit verschiedenen Arbeitsschritten, die Arbeitsplatzgestaltung und die Qualitätskontrolle.

Der kaufmännische Bereich dient neben dem Überprüfen, Erlernen und Vertiefen beruflicher Fertigkeiten, dem Training der Feinmotorik und der Förderung von Aufmerksamkeit, Konzentration und Denkfähigkeit.

Gearbeitet wird hier mit verschiedenen technischen und manuellen Hilfsmitteln, Groß- und Flachbildschirmen sowie Schablonen. Ferner kommen verschiedene EDV-Programme zum Einsatz, die einerseits dem handelsüblichen Umfang entsprechen, andererseits die Belange und Einschränkungen der Rehabilitanden berücksichtigen.

Darüber hinaus ist dieser Bereich für die ordnungsgemäße kaufmännisch-verwaltende Abwicklung (Einkauf, Verkauf, Rechnungswesen usw.) der anderen Bereiche zuständig.

Der hauswirtschaftliche Bereich gliedert sich in Küche, Cafeteria, Hauswirtschaft und Kiosk. Es werden hier insbesondere Grob- und Feinmotorik trainiert (Herstellung von täglichen Speisen) sowie Konzentration und Merkfähigkeit gefördert (Umgang mit schriftlichen Rezepten, Arbeiten nach mündlicher Anweisung).

Die Rehabilitanden arbeiten in der Küche unter Zeitdruck, um die Belastbarkeit und Ausdauer zu erhöhen. Im hauswirtschaftlichen Bereich und Service werden die selbstständige Verpflegung und Nahrungszubereitung für das private Leben trainiert. Die Cafeteria steht der Öffentlichkeit zur Verfügung, somit werden Serviceleistungen zum Angebot gebracht, die von Rehabilitanden durchgeführt werden.

Ziel der Tätigkeiten in diesem Bereich ist, dass die Rehabilitanden die Vitalkräfte der Natur erleben und sich auf die gegebenen Erfordernisse mental und körperlich einstellen. Gartenpflege und -gestaltung ist ein Arbeitsbereich, in dem mit Pflanzen, d.h. mit Lebendigem, Wachsendem gearbeitet wird. In diesem Kontext werden die Körpersinne Sehen, Riechen, Schmecken, Fühlen auf vielfältige Weise angesprochen als Grundlage zum Aufbau weiterer kognitiver Funktionen.

Die Tätigkeiten dienen:

  • dem Training von motorischen Fähigkeiten (Grob- und Feinmotorik), der Koordination und der Ausdauer
  • der Wahrnehmung (Beobachten der Pflanzen im Wechsel der Jahreszeiten, Untersuchen der Pflanzen auf Insektenbefall, ...)
  • der Konzentration
  • dem Gedächtnis

Die Zeit danach

Unsere Erfahrung zeigt uns: Menschen mit erworbenen neurologischen Schädigungen brauchen an ihrem neuen Arbeitsplatz eine weitergehende Unterstützung. Wir bieten den Rehabilitanden in ihrem neuen Arbeitsverhältnis eine fachliche Begleitung an. Das Arbeitsverhältnis wird dadurch abgesichert.

Diese Unterstützung im Rahmen der Nachbetreuung wird ebenfalls von uns durchgeführt. Diese kann sowohl am Arbeitsplatz als auch bei uns im Rehazentrum erfolgen.