Aus der Praxis

Was machen eigentlich die ehrenamtlichen Begleiter in den Familien, was erleben sie, wie helfen sie? Auf diesen und den folgenden Seiten können Sie sich einen Eindruck von der Arbeit der Kinderhospizbegleiter in den Familien machen und nachlesen, was den Ausschlag für die Ehrenamtlichen gab, sich für den ambulanten Kinderhospizdienst Jona zu engagieren.

Ilka Cook, 39 Jahre alt, freiberufliche Gebärdensprachdolmetscherin
"Auf der Suche nach einer ehrenamtlichen Tätigkeit habe ich über die Homepage der Freiwilligen-Agentur des Kinderhospizdienstes Jona gefunden. An dem Angebot von Jona gefiel mir, dass es zuerst eine Ausbildungsphase gibt, nach der jede für sich entscheiden kann, ob sie bereit ist eine Begleitung zu übernehmen.
Die Auseinandersetzung mit dem Thema Tod im Kontakt mit anderen Menschen interessierte mich. In vielen anderen Kontexten wird der Tod tabuisiert, hier bekommt er etwas mehr Aufmerksamkeit.

Zurzeit begleite ich die Schwester eines Jungen, der an Krebs erkrankt ist. Manchmal bleibt in einer Familie für Geschwister nicht ganz so viel Kraft und Zeit, deshalb bietet Jona neben der Begleitung der direkt Betroffenen auch Unterstützung für die indirekt betroffenen Geschwister an. Das Mädchen ist elf Jahre alt und wir kochen, malen, spielen, gehen Schwimmen oder ins Kino und machen ab und zu auch mal Hausaufgaben.

Unsere Ehrenamtliche Ilka Cook mit ihrem Begleitkind beim Mini-Golf

Die Freiwilligen bei Jona haben einmal im Monat Supervision. In der Supervision können Schwierigkeiten und Fragen besprochen werden, die in den Begleitungen auftreten. Oft geht es um Themen wie Abgrenzung oder Hilflosigkeit mit dem Ziel einen Umgang damit zu finden. Für mich ist das auch ein Kern des freiwilligen Engagements, dass ich meine Grenzen spüre, erfahre und mich persönlich weiterentwickeln kann. Natürlich gibt es auch mal lockeres Beisammensein beim Bier nach der Supervision oder bei der Weihnachtsfeier. Die Menschen, denen ich bei und durch Jona begegne, erlebe ich als Bereicherung und dafür bin ich dankbar."